Gasumlage: Bremen gehört zu den am höchsten belasteten Bundesländern

PRESSEMITTEILUNG vom 15. August 2022

Gasumlage: Bremen gehört zu den am höchsten belasteten Bundesländern

Seit heute ist bekannt, wie hoch die Gasumlage ausfallen wird. Pro Kilowattstunde werden 2,4 Cent fällig. Das bedeutet für eine 80-Quadratmeter-Wohnung mit Gasheizung Mehrkosten von durchschnittlich 270 Euro (ohne Mehrwertsteuer) im Jahr. Die Umlage dürfte ab November oder Dezember auf den Abrechnungen auftauchen, da sie als Preiserhöhung vorab angekündigt werden muss. Berechnet wird die Höhe der Umlage von Trading Hub Europe, dem Gemeinschaftsunternehmen der Netzbetreiber.

Dazu erklärt Nelson Janßen, Fraktionsvorsitzender der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft: „An der Gasumlage ist nichts sozial gerecht. Wie sollen Haushalte mit geringen Einkommen diese Zusatzkosten stemmen? Die Gaskosten haben sich ja bereits im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, jetzt kommt die Gasumlage noch obendrauf. Mieter*innen sind den steigenden Kosten schutzlos ausgeliefert: Wer zur Miete wohnt, kann sich nicht aussuchen, womit geheizt wird, und hat auch keinen Einfluss darauf, ob der Vermieter die Anlage erneuert oder optimiert. Häufig wird außerdem gar nicht der individuelle Verbrauch abgerechnet, sondern der Verbrauch des gesamten Wohnhauses einfach durch alle Mieter*innen geteilt.

Besonders pikant ist, dass die Menschen in Bremen überdurchschnittlich von der Umlage betroffen sein werden. Bremen gehört zu den drei Bundesländern mit dem höchsten Gasanteil bei der Wohnungsheizung (nach Niedersachsen und NRW). In Bayern und Baden-Württemberg, wo noch besonders stark mit Öl geheizt wird, ist die Betroffenheit von der Gasumlage dagegen deutlich niedriger. Klimapolitisch ist das ein verrücktes Signal.

Für Menschen mit niedrigen Einkommen ist die Umlage ein riesiges Problem. Das gilt für Rentner*innen und Studierende genauso wie für Beschäftigte im Niedriglohnsektor. Aber auch bei Hartz-IV-Empfänger*innen ist es längst nicht so klar, dass die Mehrkosten übernommen werden – der Kampf um die ‚angemessenen‘ Heizkosten ist da stets bitterer Alltag.“

Janßen fordert: „Die Bundesregierung sollte die Umlage wieder streichen und die Gasimporteure durch staatliche Übernahme retten. Bitter bleibt weiterhin: Verluste von Importeuren werden an die Verbraucher*innen weitergegeben, Gewinne aber eingesteckt. Die großen Energiekonzerne machen derweil unbehelligt Rekordgewinne. Gestiegene Gewinne müssen konsequent durch Steuern wie etwa die Übergewinnsteuer zur Krisenbewältigung abgeschöpft werden. Langfristig gehört die gesamte Energieversorgung in staatliche Hand – alles andere ist zu teuer und macht sinnvolle Steuerung unmöglich.“

Mit der Gasumlage bezahlen die Verbraucher*innen für die gestiegenen Einkaufspreise der Gasimporteure, die diese aufgrund langfristiger Verträge noch nicht an Stadtwerke und Großkunden weitergeben können. Die Gasimporteure haben Mehrkosten von 34 Milliarden Euro für 2 Jahre bis April 2024 angemeldet, die jetzt umgelegt werden. Private Haushalte zahlen etwa ein Drittel der Summe, entsprechend ihrem Anteil am Gasverbrauch.

Die Daten zum Gasheizungsanteil der Bundesländer (Daten von 2018) finden sich hier:

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2019/10/PD19_N002_129.html

 

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