Geplanten Atommüll-Transport während Corona absagen

PRESSEMITTEILUNG vom 22. Oktober 2020

LINKE: Bundesregierung muss geplanten Atommüll-Transport während Corona absagen

Die Bundesregierung plant für Anfang November einen Transport von Atommüll aus der englischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield über Nordenham zum Zwischenlager in Biblis. Die Anti-AKW-Bewegungen, der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius und die Polizeigewerkschaften haben die Verschiebung des Transports gefordert, bei dem Tausende Polizist*innen aus mehreren Ländern eingesetzt würden. Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte am Mittwoch aber verkündet, an dem geplanten Termin festzuhalten. Bereits im April wurde der Transport aufgrund der Corona-Pandemie verschoben. Eine mögliche Route würde den Castor-Transport über den Bremer Hauptbahnhof leiten.

Nelson Janßen lehnt den Plan des Bundesinnenministers ab. Der Vorsitzende und innenpolitische Sprecher der Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE fordert den Bremer Senat auf, sich für eine erneute Verschiebung des Castor-Transports einzusetzen: „Der Castor-Transport rollt durch den Bremer Hauptbahnhof, und Tausende Polizist*innen müssen ihn mitten in der Pandemie sichern – so könnte das Worst-Case-Szenario aussehen. Proteste gegen Castor-Transporte sind legitim und nachvollziehbar. Im Zwischenlager Biblis fehlt beispielsweise die Möglichkeit der Reparatur von beschädigten Castor-Behältern. Die Bundesregierung muss den geplanten Castor-Transport aus Sellafield erneut aussetzen. In Zeiten einer Pandemie ist es unverantwortlich, durch den Einsatz von so vielen Polizist*innen aus verschiedenen Teilen Deutschlands ein so großes Infektionsrisiko zu produzieren.“

Immer wieder gehen Atomtransporte auch über bremisches Gebiet: In dieser Woche hat der Senat dazu die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE „Atomtransporte durch das Land Bremen seit dem 1. Oktober 2016“ beantwortet. Aus den Antworten ergibt sich, dass in diesem Zeitraum 193 Transporte mit Kernbrennstoffen über die Autobahnen in Bremen gefahren sind. 63 Mal wurden radioaktive Stoffe, die nicht als Kernbrennstoffe definiert sind, über die bremischen Häfen transportiert. Die Antwort des Senates findet sich hier.

 

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