Aufsuchendes Impfen als Weg zum Erfolg

PRESSEMITTEILUNG vom 10. Februar 2022

LINKE: Aufsuchendes Impfen ist der Weg zum Erfolg!

Prof. Gerhard Trabert, Kandidat für das Bundespräsidentenamt für DIE LINKE, hat heute zusammen mit Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard und Nelson Janßen, Vorsitzender der Linksfraktion in der Bremischen Bürgerschaft, ein mobiles Impfteam vor der Waterfront in Bremen-Gröpelingen besucht. Der Mediziner und Sozialarbeiter Trabert zeigte sich beeindruckt von der Bremer Impfstrategie: „Das, besonders auch von Frau Bernhard geförderte, aufsuchende Impfkonzept mit Gatekeepern in sozial benachteiligten Stadtteilen, die vor Ort zum Thema Impfen aufklären, ist vorbildlich. Dies bestätigt auch die hohe Impfquote von mehr als 80 Prozent.“

Er kenne dieses erfolgreiche Gesundheitsversorgungs- und Betreuungskonzept aus seiner eigenen aufsuchenden Arbeit mit dem Arztmobil für wohnungslose und sozial benachteiligte Menschen in Mainz, sagt Trabert. „Wenn der Patient, aus welchen Gründen auch immer, nicht den Weg zum Arzt, zur Ärztin findet, oder dieser Weg ihm auch versperrt wird, muss eben der Arzt oder die Ärztin zum Patienten. Diese sogenannte Gehstruktur hat sich in der Gesundheitsversorgung von benachteiligten und oft auch ausgegrenzten Menschen in Deutschland bewährt.“

Mit seiner Kandidatur für das Bundespräsidentenamt will der Mediziner auf soziale Ungleichheit und wachsende Armut aufmerksam machen: „Armut macht krank, und Krankheit macht arm. Dies hat gerade auch die Corona-Pandemie nochmals sehr deutlich gezeigt. Wir wissen, dass besonders von Einkommensarmut betroffene Menschen eine höhere Infektionsrate zeigen mit schwereren Verläufen, was sehr viel mit deren Lebenssituation und einer fehlenden finanziellen Möglichkeit sich zu schützen und einer zu hochschwelligen Gesundheitsversorgung zu tun hat. Die vergangene und jetzige Bundesregierung berücksichtigen den Zusammenhang von Armut und Krankheit immer noch zu wenig. Einem Arbeitslosengeld-II-Bezieher stehen pro Monat derzeit 17,14 € für die Gesundheitspflege zur Verfügung. Davon können die Bezieher dieser staatlichen sozialen Transferleistung noch nicht einmal für einen Monat ausreichend FFP2-Masken kaufen.“

Claudia Bernhard betont, wie wichtig die mobilen Impfteams für die Impfstrategie Bremens sind: „Wir haben in Bremen die Erfahrung gemacht, dass die Impfungen direkt in den Quartieren die Impfbereitschaft deutlich steigern. Mit einer niedrigschwelligen Gesundheitsversorgung vor Ort erreichen wir viele Menschen, die sonst vielleicht eher selten Arztpraxen aufsuchen. Für Bremen fände ich es sinnvoll, dezentrale medizinische Angebote über die Pandemie hinaus auszubauen.“

Auch Nelson Janßen lobt die wegweisende Arbeit des Mainzer Mediziners: „Gerhard Trabert stellt wie kaum jemand anderes durch seine tägliche Arbeit eine Verbindung her zwischen Gesundheit und Armutslagen von Menschen. Genau wie bei der Impfkampagne gilt es, insbesondere benachteiligte Stadtteile in den Fokus der Gesundheitspolitik im Land Bremen zu legen. Das geplante Stadtteilgesundheitszentrum im Bremer Westen, der Ausbau der ambulanten, niedrigschwelligen Angebote in Rahmen der Psychiatriereform und unser Fokus auf Menschen ohne Krankenversicherung sind Ansätze, die wir in der Zukunft weiterverfolgen werden.“

Gerhard Trabert engagiert sich seit über 25 Jahren für Menschen, die von Armut, Obdach- und Wohnungslosigkeit betroffen sind oder in unmenschlichen Flüchtlingscamps festsitzen. Der Professor für Sozialmedizin und Sozialpsychiatrie lehrt an der Hochschule Rhein-Main und hat den Verein „Armut und Gesundheit in Deutschland“ gegründet.

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