Unterstützung für Werder Bremen durch die Politik

25. September 2019 Bremische Bürgerschaft (Landtag)

Rede zur Aktuellen Stunde „Bremen gegen Werder? Werder braucht auch den Support der Politik!“, beantragt durch die FDP-Fraktion

Auslöser dieser Debatte sind die zusätzlichen Gebühren für Polizeieinsätze, die durch Hochrisikospiele entstehen. Bremen schickt seit 2015 Gebührenbescheide für zusätzliche Einsatzstunden an die DFL. Auch wir waren mit diesem Vorgehen so nicht einverstanden, da es der Frage der öffentlichen Sicherheit ein Preisschild verpasst. Mittlerweile aber gibt es mehrere Gerichtsurteile. Das Bundesverwaltungsgericht hat dem Innensenator in allen wesentlichen Punkten Recht gegeben. Andere Bundesländer haben derartige Regelungen bislang nicht, so dass mit Wettbewerbsnachteilen für den Verein zu rechnen ist.

Die DFL hat einen ersten Betrag überwiesen und will von Werder 50 Prozent zurückerhalten. Das ist aber eine Entscheidung der DFL und nicht des Bremer Senates oder der Koalition – wir verantworten die grundsätzliche Rechnungslegung, aber nicht die Verteilung dieser Kosten.

Vor diesem Hintergrund hat Geschäftsführer Frank Baumann eine Pressekonferenz gegeben, die Anlass für diese Aktuelle Stunde ist. Darin sagte er wörtlich, dass Werder in den vergangenen 15 Jahren keinen Euro, keinen Cent von Stadt und Land bekommen hat, was Infrastruktur betrifft. Dieser Satz ist schlichtweg faktisch falsch. Die Stadtgemeinde Bremen hat

  • das gesamte Weserstadion in Form von Erbpacht in die Stadion GmbH eingebracht,
  • die Umbauten von Nord-, Ost- und Westtribüne mit mehr als 12 Mio. Euro finanziert.
  • Den Hochwasserschutz hat das Land bezuschusst und für die Stadion GmbH gebürgt, also Kredite staatlich organisiert.
  • Bei der Gestaltung der Grünpromenade 2017 hat Bremen abermals mehrere Millionen Euro in Infrastruktur rund um das Stadion investiert.
  • Das Weserstadion gehört zur Hälfte der Stadt, die für insgesamt 23 Mio. Euro offener Kredite bürgt, was für das Stadion weitere geldwerte Vorteile bedeutet (bessere Planbarkeit, niedrigere Zinsen).
  • Mehrfach hat die städtische Wirtschaftsförderung selbst auch Darlehen gewährt, und
  • aus dem Sport-Etat wird zudem die Grünpflege für mehrere Trainingsplätze bezahlt, die auch Werder nutzt.

Hier davon zu sprechen, dass Stadt und Land sich in keinem Umfang daran beteiligen würden, Werder Bremen zu unterstützen, ist einfach eine Falschaussage, die wir klar zurückweisen müssen.

Bei der Frage der Infrastruktur kommt man um das Thema Nachwuchsleistungszentrum nicht herum, das von Werder derzeit geplant wird. Momentan sind noch verschiedene Fragen zu klären – zur Frage Hochwasserschutz, Verkehrsfragen eines Standortes, und natürlich geht eine erhebliche Bürgerbeteiligung einem solchen Vorhaben als notwendiger Pfeiler voraus.

Für uns als Linke ist die Förderung des Breitensports eine zentrale staatliche Aufgabe. Deshalb müssen wir bei der Planung eines derartigen Leistungszentrums auch aus unserer Sicht prüfen, wie eine solche Infrastruktur breiter genutzt werden kann und nicht ausschließlich für die Belange von Werder Bremen.

Nicht geklärt ist u. a. die Frage der Finanzierung. Klar ist aber, dass angesichts des Etats für Sport, der zuletzt bei 7,5 Mio. Euro lag, bei der Errichtung eines Leistungszentrums, für das die Zahlen zwischen 20 und 40 Mio. Euro schwanken, eine Verhältnismäßigkeit gewahrt werden muss.

Spitzensport und Werder, das sind ein Markenzeichen und ein Standortfaktor in Bremen, die wir nicht vernachlässigen dürfen. Trotzdem müssen wir, nachdem bestimmte Punkte diskutiert sind, derartige Entscheidungen abgeklärt treffen. Daran arbeiten alle Beteiligten gemeinsam und vertrauensvoll.

Video Rede Werder Bremen 25.09.19

(Quelle: youtube.com/Radio Weser.TV)

 

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