Statistische Erfassung von Messerangriffen

14. Mai 2020 Bremische Bürgerschaft (Landtag)

Rede zum Antrag „Messerangriffe in Polizeilicher Kriminalstatistik aufnehmen“ der Fraktion der CDU vom 11.02.2020 zum Antragsdokument

Der Antrag der CDU befasst sich mit der Frage der statistischen Aufbereitung von Messerangriffen im Rahmen der sogenannten Polizeilichen Kriminalstatistik, in der die zur Anzeige gebrachten Straftaten aufgeführt werden. Dabei soll in drei Beschlusspunkten das „Tatwerkzeug“ Stichwaffe erfasst und auch eine Evaluation der entsprechenden Entwicklung nachgezeichnet werden.

Damit wird nicht nur etwas beantragt, das bereits durch das BKA – und sie setzen ja die Rahmenbedingungen für die PKS – auf den Weg gebracht ist, sondern auch noch etwas, das bereits jetzt aus den derzeitigen Zahlen ablesbar ist. Vom BKA heißt es dazu: „Dunkelfeldbefragungen zeigen einen Trend zum häufigen Messertragen, insbesondere junger Menschen zwischen 14 und 39 Jahren. Als Gründe für das Mitführen eines Messers werden insbesondere die Angst, Opfer einer Straftat zu werden, sowie die Orientierung an Männlichkeitsnormen angeführt. Zukünftig soll das Tatmittel Messer bundesweit in der PKS erfasst werden.“

Das heißt, die Tatsache, dass dieses Tatmittel, wie es korrekt heißt, erfasst werden soll, ist bereits durch das BKA veranlasst, und auch der Senat antwortet dazu, dass durch ein eigenes Feld in der Bremer PKS die Stichwaffen, die bereits abrufbar sind, auch ergänzt werden durch die Frage des Messereinsatzes. Dieses Antrags bedurfte es dazu nicht.

Auch in einer Anfrage, die der Senat kürzlich beantwortet hat, sind die Zahlen zu Stichwaffenangriffen ablesbar. Darin wird von den Zahlen 2017/2018/2019 gesprochen, bei denen ersichtlich wird, dass die Zahlen auf einem mit Sicherheit nicht zu rechtfertigenden hohen Niveau liegen – hoch, weil jeder Messerangriff selbstverständlich einer zu viel ist. Wir sehen aber gleichzeitig auch einen Rückgang über die letzten Jahre. Die hier suggerierte Angst davor, dass man eine immer weiter zunehmende Gewaltorientierung und Anwendung von Messern in dem Bereich hätte, ist einfach falsch und hält der Überprüfung der Fakten nicht stand. Deshalb glaube ich auch, dass man sich diese Art von Anträgen sparen kann, erst recht dann, wenn sie eben nicht durch die Realität abgedeckt werden.

zum Video Rede Messerangriffe 14.05.20

(Quelle: youtube.com/Radio Weser.TV)

 

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