Mögliche Medikamentenengpässe

ANFRAGE in der FRAGESTUNDE der Fraktion DIE LINKE vom 27. Februar 2020

Medikamentenengpässe in Bremen?

Wir fragen den Senat:

  1. Sind dem Senat Fälle von gravierenden Engpässen bei der Medikamentenversorgung in Apotheken in Bremerhaven und Bremen bekannt?
  2. Falls ja, welche Medikamente sind davon betroffen? (bitte aufgeschlüsselt nach Bremen und Bremerhaven)
  3. Welche Maßnahmen ergreift der Senat, um möglichen gravierenden Engpässen in Bremen und Bremerhaven vorzubeugen?

Nelson Janßen, Sofia Leonidakis und Fraktion DIE LINKE

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Antwort des Senats

Zu Frage 1 und 2:

Dem Senat ist bekannt, dass Medikamente verschiedenster Anwendungsgebiete derzeit auch in Bremer und Bremerhavener Apotheken zum Teil eingeschränkt verfügbar sind. Laut Auskunft der Apothekerkammer Bremen handelt es sich jedoch zumeist nur um temporär vorhandene Lieferengpässe von Arzneimitteln, die häufig durch einen vorübergehenden Wechsel auf ein wirkstoffgleiches Arzneimittel derselben Darreichungsform von einem anderen Lieferanten gut zu beherrschen sind.

Neben diesen temporär vorhandenen Lieferschwierigkeiten existieren aber auch vereinzelt Lieferengpässe von Arzneimitteln, für die es keine wirkstoffgleichen in der Bundesrepublik zugelassenen alternativen Arzneimittel gibt. Dies gilt auch für Antibiotika, Impfstoffe und Krebstherapeutika. Fälle von gravierenden Engpässen in der Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten in Apotheken in Bremerhaven und Bremen sind dem Senat nicht bekannt.

Zu Frage 3:

Zum Umgang mit Lieferengpässen wurde 2016 ein „Jour Fixe“ eingerichtet, an dem neben dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, dem Paul-Ehrlich-lnstitut und dem Bundesministerium für Gesundheit auch Vertreter der Pharmaindustrie sowie Vertreter der Länderbehörden teilnehmen. Daneben wurde eine Selbstverpflichtung der Pharmaindustrie zur frühzeitigen Übermittlung von Informationen über drohende Lieferengpässe bei wichtigen Wirkstoffen vereinbart. Zurzeit wird auf Bundesebene eine Gesetzesänderung geprüft, die den „Jour Fixe“ und die Meldeverpflichtung gesetzlich verankern soll. Als öffentlich zugängliche Information wird seitens des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte und des Paul-Ehrlich-Instituts jeweils eine Übersicht von versorgungsrelevanten und engpassgefährdeten Arzneimittel veröffentlicht, so dass transparent und frühzeitig informiert werden kann.

Bei manifesten Versorgungsengpässen kann von Seiten der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz auf Grundlage des Arzneimittelgesetzes eine Allgemeinverfügung erlassen werden. Basierend hierauf wird zum Beispiel der Import von Arzneimitteln aus Drittländern erleichtert. Mit dieser Maßnahme konnte im Land Bremen zum Beispiel dem Versorgungsengpass für den saisonalen Grippeimpfstoff im Dezember 2018 wirksam entgegengewirkt werden.

 

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