Krebs bei Feuerwehrleuten als Berufskrankheit anerkennen

25. März 2020 Bremische Bürgerschaft (Landtag)

Rede zum Antrag „Krebs bei Feuerwehrleuten als Berufskrankheit anerkennen“ der Fraktionen DIE LINKE, der SPD und Bündnis 90/Die Grünen vom 27.02.2020

zum Antragsdokument

Anerkennung bestimmter Krebsarten als Berufskrankheit bei Feuerwehrleuten, insbesondere im Zusammenhang mit giftigen Rauchgasen im Berufsalltag; Umkehr der Beweislast bei der Anerkennung von Berufskrankheiten

Video zur Rede Feuerwehr 25.03.20

(Quelle: youtube.com/Radio Weser.TV)

Wir möchten, dass verschiedene Krebsarten, die bei Feuerwehrleuten vermehrt auftreten (eben durch das Risiko, dass sie durch Brandeinsätze eingehen), als Berufskrankheiten anerkannt werden. Dies ist eine langjährige und eine internationale Forderung vieler Interessenvertretungen der Feuerwehr, und diese Forderung möchten wir hiermit aufnehmen.

  • Es gibt bereits verschiedene internationale Studien, die den Nachweis erbringen, dass die Risikobelastung, die bei dem Umgang mit verschiedenen Giftgasen, die durch Verbrennung entstehen, und mit verschiedenen Giftstoffen, die auf der Schutzkleidung hinterbleiben und über Atemwege und Haut aufgenommen werden können, zu einem erhöhten Krebsrisiko führt. Die Anerkennung als Berufskrankheit ist dann die Grundlage dafür, bestimmte Leistungen leichter in Anspruch nehmen zu können und sich im Falle einer Erkrankung nicht jahrelang rechtlich streiten zu müssen.
  • Wichtig ist für uns auch der zweite Beschlusspunkt, der auf eine Umkehr der Beweispflicht abzielt. Wir wollen nicht, dass erst jahrelang bewiesen werden muss, inwiefern die individuelle Krankheit (bestimmte Krebsarten) explizit durch das Einsatzgeschehen zu erklären ist, sondern wir setzen voraus, dass bestimmte Krebsarten eben durch die Einsätze entstehen und dann auch als Berufskrankheit anerkannt werden.
  • Mit dieser Debatte verbunden ist ein Antrag der CDU zu weiteren Fragen: Natürlich müssen für Ausstattungen im Einsatz die neuesten technischen Standards gelten, was Atemschutzgeräte und Schutzkleidung angeht, und es ist in den Feuerwehren die bauliche Trennung zu gewährleisten zwischen den Einsätzen mit der Verrußung und den Bereichen nach dem Duschen, dann ohne Schadstoffbelastung. Bei den freiwilligen Feuerwehren gibt es hier einen großen Nachholbedarf bei der Realisierung der Hygienekonzepte. Das fortgeschriebene Strukturkonzept beschreibt aber zutreffend auch die Notwendigkeit entsprechender Neubauten, und die schnelle Realisierung ist eben nicht nur wichtig, um den Feuerwehren moderne Standorte zu ermöglichen, sondern um auch die hygienischen Standards abzusichern, so dass entsprechende Erkrankungen nicht vorkommen; diesen Antrag braucht es daher nicht.

 

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