Vorratshaltung für Schutzgüter

13. Mai 2020 Bremische Bürgerschaft (Landtag)

Rede zum Antrag „Vorratshaltung für Schutzgüter (wieder) aufbauen!“ der Fraktion der FDP vom 22.04.2020 zum Antragsdokument

Video Rede Schutzgüter-Vorratshaltung 13.05.20

(Quelle: youtube.com/Radio Weser.TV)

Die Lieferung von notwendigen medizinischen Schutzgütern, was Schutzkittel, Masken und Desinfektionsmittel angeht, war zwischenzeitlich ein Problem. Gleichzeitig können wir aber feststellen, dass auf regionaler, also auf Landesebene mittlerweile Lager bestehen, dass ein Verteilungsmechanismus besteht, dass Qualität – soweit derzeit möglich – überprüft wird, und dass gleichzeitig auch eine Priorisierung der Verteilung von Mitteln funktionieren kann. Dieses System musste erst aufgebaut werden, aber es wurde auch aufgebaut und damit gewährleistet, dass mittlerweile eine Versorgung mit fast allen notwendigen Gütern auch flächendeckend zur Verfügung steht. Grundsätzlich ist es gerechtfertigt zu fragen: Hätte das nicht auch vorher bestehen können, oder wie muss es für die Zukunft aufgestellt sein – was sind eigentlich unsere Schlussfolgerungen? Weil wir aber wissen, dass das System jetzt noch nicht vollständig erprobt ist, sondern sich gerade in der Umsetzung befindet, müssen wir doch die Auswertung auch der derzeitigen Situation abwarten. (mehr …)

Tarifbindung in der Pflege stärken

13. Mai 2020 Bremische Bürgerschaft (Landtag)

Rede zum Antrag „Pflege sichern – Tarifbindung stärken!“ der Fraktionen der SPD, Bündnis 90/Die Grünen und DIE LINKE vom 15.04.2020 zum Antragsdokument

Der Mindestlohn in der Pflege liegt derzeit bei 11,35 Euro pro Stunde für alle Pflegekräfte, ein höherer Mindestlohn für Fach-Pflegekräfte wird dann zeitnah im Juli 2021 eingeführt werden und soll 15 Euro betragen. Für private Pflegekräfte, die im Haushalt beschäftigt sind, gilt dann nach wie vor der allgemeine Mindestlohn von 9,35 Euro.

Und während wir wissen, dass im Pflegestudium der Anteil von Männern tatsächlich sogar höher ist, sind später im Beschäftigungsverhältnis vor allem Frauen als Pflegekräfte tätig.

Kürzlich wurde den Pflegekräften der Dank zahlreich ausgedrückt, Bonuszahlungen sind jetzt politisch beschlossen, und auch die Übernahme des Bremer Anteils ist beschlossene Tatsache. All diese Punkte möchte ich nicht in Abrede stellen und halte sie für eine wichtige Anerkennung ihrer Leistung.

Zugleich wird uns dies aber nicht helfen, die Bedingungen in der Pflege zu verbessern. Das können nur Tarifverträge als verlässlicher Rahmen langfristig bewerkstelligen. Und die Tarifbindung ist ja auch durch die Privatisierung und die Ökonomisierung in der Vergangenheit erodiert. In Krankenhäusern haben wir heute immerhin noch einen Anteil von 60 Prozent der Pflegekräfte, die nach Tarif bezahlt werden. Bei privaten Krankenhausträgern sind dies übrigens nur 14 Prozent, und ein Viertel hat überhaupt keinen Tarifvertrag. (mehr …)

Ausbildungsstätten für MTLA-Fachkräfte in Bremen erhalten

13. Mai 2020 Bremische Bürgerschaft (Landtag)

Rede zum Antrag „Gegen den Fachkräftemangel: MTLA-Ausbildung in Bremen erhalten!“ der Koalitionsfraktionen Bündnis 90/Die Grünen, SPD und DIE LINKE vom 12.05.2020

zum Antragsdokument

Über die Fraktionen hinweg herrscht Einigkeit darüber, dass man den Zustand, dass die MTLA-Ausbildung ausläuft, unbefriedigend findet und wir eine Lösung dafür brauchen, im Land Bremen auch für die Zukunft die Ausbildung abzusichern, um diesem Fachkräftemangel begegnen zu können.

Medizinisch-technische Labor-Assistentinnen und -Assistenten sind eine in unserem Gesundheitswesen nicht mehr wegzudenkende Profession, die notwendig ist für die Untersuchung von Gewebeproben, Blut u. a., auch von Krankheitserregern oder Antikörpern – und das nicht nur in Krisensituationen, sondern als elementarer Bestandteil im Alltag.

Es ist nach wie vor zwingend notwendig, gut ausgebildetes Fachpersonal zu haben, nicht nur für die Einstellung der teils hochkomplexen Untersuchungsinstrumente, sondern auch für die Ausweitung und Analyse vorhandener Daten.

Wir wissen auch, dass bereits heute ein Viertel der Krankenhäuser Probleme bei der Besetzung von Stellen im Bereich MTLA anmeldet, und daher gilt es auch heute schon, Ausbildungskapazitäten eher aus- als abzubauen. (mehr …)

Das Erinnern an Vernichtung und Völkermord ist unsere Pflicht

PRESSEMITTEILUNG vom 08. Mai 2020

LINKE zum Tag der Befreiung: Das Erinnern an Vernichtung und Völkermord ist unsere Pflicht

Anlässlich des 75ten Jahrestags der Befreiung erklären Sofia Leonidakis und Nelson Janßen, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft:

„Am 8. Mai 1945 kapitulierte die faschistische Wehrmacht bedingungslos. Damit endete zugleich der industrielle Massenmord an den Jüdinnen und Juden und der Vernichtungskrieg in Europa, in dem allein rund 26 Millionen Menschen aus der Sowjetunion zu Tode kamen. Auch Sinti und Roma, Homosexuelle, Menschen mit Behinderung und antifaschistische Oppositionelle erlebten diesen Tag als Befreiung von unermesslichem Leid. Die Mehrheit der Bevölkerung hingegen erlebte den 8. Mai als Kapitulation; hing sie doch teils fanatisch, teils zumindest passiv der faschistischen NS-Diktatur an. Unser Dank gilt den Widerstandskämpfer*innen und Alliierten, und unsere Gedanken sind bei den Millionen Opfern von Shoah und Weltkrieg. Sie werden nie vergessen werden. Das Erinnern an den beispiellosen Völkermord und Massenvernichtung, aber auch die breit getragene faschistische Ideologie und Massenbewegung sind Mahnung und Auftrag zugleich.“

Leonidakis und Janßen fordern, dass diesem Tag mehr Bedeutung zugeschrieben wird: „75 Jahre nach Ende des Krieges muss der 8. Mai bundesweit gesetzlicher Feiertag werden. Aus dem 8. Mai ergibt sich die Pflicht des Gedenkens und Innehaltens. Ein bundesweiter gesetzlicher Feiertag wäre hierfür der richtige Rahmen. Auch im Alltag ist es unser aller Aufgabe, mit voller Kraft und Entschiedenheit gegen Antisemitismus und Rassismus, Neonazismus, Nationalismus und alle Ideologien der Ungleichwertigkeit menschlichen Lebens einzutreten.“

 

Spahn muss Krankschreibung per Telefon wieder ermöglichen

PRESSEMITTEILUNG vom 20. April 2020

LINKE: Spahn muss Krankschreibung per Telefon wieder ermöglichen

Am vergangenen Freitag beschloss der ‚Gemeinsame Bundesausschuss‘ (G-BA), die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung bei leichten Atemwegserkrankungen nicht zu verlängern. Diese Regelung wurde vor sechs Wochen im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie eingeführt, um die Arztpraxen zu entlasten.

Nelson Janßen, Vorsitzender und gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, hält die Entscheidung des G-BA für fatal: „Dass sich in diesen Zeiten Menschen mit leichten Atemwegsbeschwerden per Telefon krankschreiben lassen können, war und ist auch weiterhin wichtig! So konnte man in den letzten Wochen die Hausärzt*innen, die ganz vorne im Kampf gegen das Virus stehen, entlasten. Es ist unverantwortlich, dass nun auf Druck der Krankenkassen und der Arbeitgeber*innen der G-BA diese Regelung viel zu früh abgeschafft hat. (mehr …)