Corona-Pandemie – Zur Lage im Land Bremen: Regierungserklärung

25. März 2020 Bremische Bürgerschaft (Landtag)

Rede zur Regierungserklärung des Senats zum Thema „Corona-Pandemie – Zur Lage im Land Bremen

verbunden mit dem Dringlichkeitsantrag „Corona-Pandemie: Gemeinsam und entschlossen für die Menschen in Bremen und Bremerhaven handeln!“ der Fraktionen DIE LINKE, der SPD und Bündnis 90/Die Grünen vom 25. März 2020 zum Dringlichkeitsantrag

Die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Infektionsfälle und die Tatsache, dass einige Krankheitsverläufe schwer bis tödlich sind, haben eine Lage verursacht, in der wir auch im Land Bremen mit bisher ungekannten Maßnahmen umgehen müssen. Derzeit ist das oberste Gebot, die physischen Kontakte untereinander zu reduzieren, um die Infektionsgeschwindigkeit zu verlangsamen und so die Gesundheit aller zu schützen. Eine Medikamentierung oder gar eine Impfung wird noch eine Zeit brauchen, und diese Zeit müssen wir der Wissenschaft durch politische Maßnahmen verschaffen.

Noch können alle Erkrankten auf höchstem medizinischen Niveau versorgt werden. Diesen Zustand zu erhalten ist das oberste Gebot. In dieser Situation sind wir froh um jedes Krankenhausbett, das vorhanden ist, um jedes Intensivbett, das nicht umgewidmet wurde, um jede Pflegekraft, jeden Arzt, jede Ärztin, aber auch jede Verwaltungs- oder Reinigungskraft im Gesundheitswesen, die Außergewöhnliches leisten. Wir merken, dass ein Gesundheitssystem, bei dem schon im Normalbetrieb die Beschäftigten an der Grenze ihrer Kräfte sind, nur unzureichend darauf vorbereitet ist, eine derartige Krise zu bewältigen.

Der Personalmangel der Vergangenheit und der Gegenwart und der akute Fachkräftemangel konnten uns wohl nicht deutlicher vor Augen geführt werden als in einer Krise.

Jetzt wird am deutlichsten, welche Bereiche der Gesellschaft lebenswichtig und systemrelevant sind. Wenn dieses Parlament applaudiert, schließe ich mich diesem Dank explizit an. Aber wir sollten aus diesem Dank eine Pflicht mitnehmen, der wir politisch nachkommen müssen: Alles Mögliche zu tun, um den Pflegekräften, den Ärztinnen und Ärzten und dem übrigen Personal im Gesundheits- und Pflegebereich Arbeitsbedingungen und eine Bezahlung zu ermöglichen, die ihrer gesellschaftlichen Herausforderung auch gerecht werden. (mehr …)

Krebs bei Feuerwehrleuten als Berufskrankheit anerkennen

25. März 2020 Bremische Bürgerschaft (Landtag)

Rede zum Antrag „Krebs bei Feuerwehrleuten als Berufskrankheit anerkennen“ der Fraktionen DIE LINKE, der SPD und Bündnis 90/Die Grünen vom 27.02.2020

zum Antragsdokument

Anerkennung bestimmter Krebsarten als Berufskrankheit bei Feuerwehrleuten, insbesondere im Zusammenhang mit giftigen Rauchgasen im Berufsalltag; Umkehr der Beweislast bei der Anerkennung von Berufskrankheiten

Video zur Rede Feuerwehr 25.03.20

(Quelle: youtube.com/Radio Weser.TV)

Wir möchten, dass verschiedene Krebsarten, die bei Feuerwehrleuten vermehrt auftreten (eben durch das Risiko, dass sie durch Brandeinsätze eingehen), als Berufskrankheiten anerkannt werden. Dies ist eine langjährige und eine internationale Forderung vieler Interessenvertretungen der Feuerwehr, und diese Forderung möchten wir hiermit aufnehmen. (mehr …)

Anerkennung für Rettungs- und Sicherheitskräfte

25. März 2020 Bremische Bürgerschaft (Landtag)

Rede zum Dringlichkeitsantrag „Helfern den Rücken stärken“ der Fraktionen der CDU und FDP vom 27.08.2019 zum Dringlichkeitsantrag

sowie

zum Bericht und Antrag der staatlichen Deputation für Inneres vom 25.02.2020

zum Dokument

Bei der Debatte, die 2019 aufgekommen ist, geht es im Kern darum, Anerkennung zu zollen für die Arbeit der Menschen, die im öffentlichen Auftrag Leistungen erbringen in den Bereichen Sicherheit, Prävention, Rettungsdienst und Feuerwehr. Wir sind ihnen schuldig, dass wir sie entsprechend ausstatten und im Blick haben, wie es mit Straftaten gegen diese Personengruppe aussieht. Bei den Daten stellen wir fest, dass es durchaus eine hohe Zahl an Delikten gibt, mit 947 Fällen im Jahr 2019; damit sind alle Straftaten gegen Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, JVA und Zoll im Land Bremen gemeint. Es ist eine Zahl, die höher liegt als 2018, aber niedriger als 2016. Die Zahl liegt zu hoch, wir können allerdings nicht davon sprechen, dass wir hier einen sprunghaften Anstieg hätten.

95 Prozent dieser Straftaten richten sich gegen Polizeivollzugsbeamte, und 40 bis 50 Prozent davon finden statt unter dem Oberbegriff Widerstand gegen die Staatsgewalt, die bei der Ausführung mit Widerstandshandlungen einhergehen und daher spezifisch für diese Personengruppe sind. Damit sollen diese Straftaten nicht relativiert werden, nur beschreiben, dass es hier ein besonderes Deliktfeld gibt, das eben spezifisch für diese Ausführung und diese Tätigkeiten ist.

Wir tragen die meisten Teile des Antrages mit als Signal an Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und JVA, dass wir uns gegen Gewalttaten gegen Menschen aussprechen, die im Dienst des Staates tätig sind. (mehr …)

Rassistische Ausschreitungen und Beteiligung von Bremer Neonazis

ANFRAGE in der FRAGESTUNDE der Fraktion DIE LINKE vom 25. März 2020

Beteiligung Bremer Neonazis an den rassistischen Ausschreitungen im griechischen Grenzgebiet

Wir fragen den Senat:

  1. Sind den Sicherheitsbehörden Ausreisen von Neonazis mit Bezug zu Bremen in das griechische oder bulgarische Grenzgebiet zur Türkei bekannt?
  2. Haben die Bremer Sicherheitsbehörden in diesem Zusammenhang präventive Gefährderansprachen bei bekannten neonazistischen Straftätern durchgeführt?
  3. Gibt es eine länderübergreifende Koordination, um ausgereiste Neonazis für mögliche Straftaten oder Verbrechen an der EU-Außengrenze im Nachhinein strafrechtlich zu belangen?

Nelson Janßen, Sofia Leonidakis und Fraktion DIE LINKE

zum Anfrage-Dokument

 

Antwort des Senats

Zu Frage 1:

Den bremischen Sicherheitsbehörden (Polizei Bremen, Ortspolizeibehörde Bremerhaven, Landesamt für Verfassungsschutz) sind keine (aktuellen) Ausreisen von Neonazis mit Bezug zu Bremen in das griechische oder bulgarische Grenzgebiet zur Türkei bekannt. (mehr …)

Gratulation an Bodo Ramelow – Brandmauer gegen AfD muss halten

PRESSEMITTEILUNG vom 04. März 2020

LINKE: Gratulation an Bodo Ramelow – Brandmauer gegen AfD muss halten

Zur Wahl Bodo Ramelows zum Ministerpräsidenten des Freistaats Thüringen gratulieren Sofia Leonidakis und Nelson Janßen, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft ganz herzlich.

Dazu Nelson Janßen: „Der Thüringische Landtag hat nun vollzogen, was die Thüringerinnen und Thüringer mit ihrer Wahl bereits am 27. Oktober 2019 ausgedrückt haben: Bodo Ramelow ist der Ministerpräsident Thüringens. Herzlichen Glückwunsch an Bodo Ramelow, der nun endlich das Amt antreten kann, für das er gewählt wurde. Unser Respekt gilt der gesamten Thüringischen LINKEN, die mit Bodo Ramelow und Susanne Hennig-Wellsow an der Spitze über die ganze Zeit ein verlässliches Bollwerk gegen Rechts und gegen einen AfD-Landesverband war, der mit Björn Höcke einen Faschisten in die heutige Ministerpräsidentenwahl geschickt hat.“ (mehr …)